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Einblicke zu 12 Künstlern mit Wandobjekten und Skulpturen
Ausstellung vom 05.12.2015 bis 23.01.2016

Plakat Die LinieEine Fülle von Materialien
Zwölf Künstler sind in die Galerie Grewenig/Nissen in Heidelberg mit rund siebzig Objekten eingezogen

Der Aufbau ist vorbildlich durchgestylt, denn es galt zwölf Künstler mit annähernd siebzig Objekten zu präsentieren, eine Aufgabe, die Ingo Grewenig gut bewältigte. In den drei Räumen seiner Handschuhsheimer Galerie hat er das kreative Dutzend auf spannende und ästhetisch ansprechende Weise kombiniert und ihre Wandobjekte und Skulpturen ästhetisch sinnvoll arrangiert. Einige von ihnen erkennt man sofort aufgrund ihrer unverwechselbaren Handschrift. Zu ihnen gehört Lynn Schoene mit ihren Bänderreliefs aus handgeschöpftem Papier. Die Waben taucht sie in Wachs und klebt sie zum Teil auf Schellack, eine geniale Technik, die sanfte Effekte garantiert. Da jeder Künstler Individualist ist, sollen hier keine Gemeinsamkeiten oder Parallelen konstruiert werden. So setzt zum Beispiel Clapeko van der Heide in seinen Acrylarbeiten auf Holz oder Hartfaser wieder mit bekannter Leuchtkraft sein charakteristisches monochromes Rot und Blau ein, einmal sogar Blattgold und auch manchen spielerischen Akzent, während Vera Bonsen neben ihren mehrschichtigen und die Architektin erkennbar machenden „Jump Cuts“ auch anregende titellose Papierschnitte zeigt und Mitsuko Hoshino ihre schimmernden Folien auf Leinwand oder Holzplatte so behandelt, dass die Fläche zu vibrieren scheint. Mohammad Massoudi präsentiert einen Vogel in schrundigem Schwarz und dazu zwei poetisch wirkende Nachtigallen.

Clemencia Labins bunte Bilder – neben Leinwand benutzt sie auch Stoff als Malgrund - wirken heiter und unbeschwert, zumal sie aus den Wandobjekten gelegentlich locker die Textilfäden herunter hängen lässt. Gloria Brands Collagen mit übereinander geschichteten farbigen Papieren bilden dazu einen starken Kontrast, da sie eher der konkreten Kunst zuzuordnen sind. Hartmuth Schweizer, im „Nebenberuf“ Kulturamtsleiter in Walldorf, weckt mit seinen Feinstrichzeichnungen Assoziationen an die Alten Meister und setzt in manchen Arbeiten sogar Seidenstrümpfe ein. Der bayerische Bildhauer Hubert Maier, dessen hohe Leiter im Garten der Galerie einen „Hingucker“ beschert und der für den Flughafen München eine Büste von Franz Josef Strauß schuf, verwendet als bevorzugtes Material Granit. Seine aus dem schimmernden Stein gefertigten brückenartige Bögen muten wie Portale an und loten den Kontrast zwischen glatter und körniger Oberfläche aus.

Peter Braun, einst Mitarbeiter des zeitkritischen Paul Weber, der vor allem durch sein Bild „Das Gerücht“ berühmt wurde, sowie einstiger Freund des beim Pariser Attentat auf „Charlie Hebdo“ ermordeten Karikaturisten Tignous, präsentiert eine Bronze von Karl Marx, die von anspielungsreichem Humor geprägt ist wie auch witzige Tiergestalten. Dietmar Nissen steuert zu der vielseitigen Schau prächtig anmutende Skulpturen aus Bronze, Ton und unterschiedlichen Holzarten bei, darunter zwei rundliche Tauben aus Kirschbaum, ein sympathisches gestreiftes „Wächter“-Tier, schnittige Schiffe oder das elegante Mahagoni-Objekt „Oledick“. Tom Feritsch zeigt präzise gearbeitete Terrakotta-Objekte wie zwei durchlässige Würfel an der Wand, ein strenges quadratisches Kubus-Gerüst auf dem Podest und eine Ansammlung kleiner Stelen, die, Verwehungen ähnlich, auseinander zu driften scheinen: reizvoll und widerständig zugleich.

Dr. Heide Seele (Dez. 2015)

Kleiner Rundgang durch die Ausstellung 'Wandobjekte und Skulpturen'
( durch Anklicken der Bilder werden diese vergrößert dargestellt )
 

 

Galerie Grewenig | Nissen




 

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Ausstellung

Mohammad Massoudi u. Hubert Maier Dietmar Nissen Vera Bonsen Tom Feritsch, Helmuth Schweizer Lynn Schoene u. Tom Feritsch Mitsuko Hoshino Vera Bonsen Clapeko van der Heide Peter Braun Clemencia Labin Hubert Maier u. Gloria Brand Tom Feritsch